ESSKULTUR
ASIATISCHE CUISINE. EXOTISCH GUT.


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Chinas
 
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China ist mit einer Fläche von 9.6 Millionen km², was 7% der Landfläche der Erde entspricht, das drittgrößte Land der Welt. China ist ein Vielvölkerstaat, der zahlreiche Völker und Sprachen in sich vereint, mit einer Einwohnerzahl von 1,3 Mrd. Das sind 21% der Weltbevölkerung von 6 Mrd. Menschen. Genau wie die Ethnien und Sprachen Chinas, ist auch die chinesische Küche in 4 große, beziehungsweise 8 kleinere Bereiche unterteilt.
Die verschiedenen kulinarischen Gebiete Chinas werden mit den Begriffen „suān“ - sauer im Osten, „là“ - scharf im Westen, „tián“ - süß im Süden und „xián“ – salzig im Norden bezeichnet. Die Küche im Osten schmeckt allgemein säuerlich, im Westen eher scharf, im Süden süß und im Norden salzig.
Im Osten herrscht die sog. Shanghai-Küche (auch Jiangsu-Küche) vor, im Westen die Sichuan-Küche, im Süden die Kanton-Küche und im Norden die Peking-Küche (auch Shandong). Auch kann man die Küchen Hongkongs und Taiwans als berühmte Vertreter der chinesischen Küche hinzurechnen. Die Taiwanesische Küche hat durch die Isolation des Inselstaates ihren ganz eigenen, unverwechselbaren Geschmack, in dem sich auch der Charakter der Taiwanesen widerspiegelt.
  ■ China wird oft als das „Königreich des guten Geschmacks“ oder als das „Land der Gourmets“ bezeichnet. Denn überall, wo es Chinesen gibt auf der Welt, wird es auch ein chinesisches Restaurant geben. Der chinesische Revolutionär und Politiker Sun Yat-sen (1866-1925) hat dies einst sehr treffend beschrieben mit den Worten:
„Die Esskultur Chinas ist von anderen Ländern bisher unerreicht. China hat viel mehr Gerichte hervorgebracht als Europa, die auch stets mit einer Präzision zubereitet werden, die von Europa nie erreicht wurde.“
■ In China gibt es ein Sprichwort, das lautet „des Bauern Glück ist eine Schale voll Reis“. Das Essen ist demnach das, was der Chinese zum Leben und Überleben braucht, denn in seinem tagtäglichen Lebensvollzug hat er auch mit Zeiten der Not zu kämpfen, in denen er durch Naturkatastrofen oder menschenverursachte Katastrofen Hunger leidet und dadurch gezwungen ist, zum Überleben aus allem Möglichen Nahrungsmittel zu entwickeln.
Für die Chinesen bedeutet Essen vor allem Freude, vielleicht ist Essen und Trinken für sie sogar die größte aller Freuden im Leben.
An dieser Denkweise liegt es wohl auch, dass die Chinesen so viele raffinierte Methoden der Zubereitung und so eine Fülle an Köstlichkeiten geschaffen haben.
  ■ Die chinesische Küche ist ausgesprochen vielfältig, was sowohl ihre Zutaten als auch ihre Geschmacksausprägungen und Zubereitungsmethoden betrifft.
Die chinesische Küche besteht im Wesentlichen aus den Gerichten von Jiangsu, Shichuan, Kanton und Shandong, darüberhinaus bietet sie uns
aber noch eine Vielzahl an lokalen Spezialitäten unterschiedlichster Geschmacksrichtungen sowie unzählige köstliche Kleinigkeiten, die die Unterschiedlichkeit aller in China vereinten Völker widerspiegeln.
Die Küche von Jiangsu
In der Provinz Jiangsu befinden sich die Städte Yangzhou und Nangking, deren Speisen sich gegenseitig ergänzen und sich teils regional überlagern. Die Küche in Jiangsu zeichnet sich aus durch die besondere Sorgfalt, mit der ihre Zutaten ausgewählt werden und durch ihre sorgsame Zubereitung. Das Resultat sind unverwechselbare Gerichte, die sehr frisch schmecken und bekömmlich sind.
Diese Gerichte sind weder zu süß noch zu sauer und es wird immer besonderer Wert auf den Eigengeschmack der einzelnen Zutaten gelegt. Auch optisch haben diese Gerichte ihren Reiz, denn auch auf Farbe und Form der Zutaten wird bei der Zubereitung Wert gelegt.
Die Küche von Shichuan
Die heutige Provinz Shichuan hat ihren Ursprung in den alten Reichen Bā und Shu. Dieses weitgestreckte Gebiet hat eine Fülle an Zutaten und eine Vielfalt an Gewürzen zu bieten, mit denen abwechslungsreiche Geschmacksrichtungen kreiert werden und unter Anwendung verschiedenster Zubereitungsmethoden eine Vielzahl an Gerichten entstanden ist. Es gibt Erhebungen, die besagen, dass die Zahl der Gerichte nach Shichuan-Art über 5 Tausend beträgt. Typisch für diese Gerichte ist ihr pikanter Geschmack, doch wird stets auch die sprichwörtliche Vielfalt der Küche von Shichuan mit den Worten „Ein Gericht hat einen Geschmack und hundert Gerichte haben hundert Geschmäcker“ gepriesen.
Die Küche von Kanton
Die Küche der Provinz Kanton besteht, so sagt man, schon seit dem Altertum. Historisch gesehen aber liegen ihre Ursprünge in der Ming-Dynastie (1368–1644) und der Qing-Dynastie (1644–1912). Im Lauf ihrer Entwicklung hat die kantonesische Küche stets den Charakter ihres Entstehungsgebietes südlich der fünf Gipfel Wǔlǐng erhalten, dabei aber die Nahrhaftigkeit von Gerichten aus dem Norden der Provinz Kanton und deren Zubereitungsmethoden in sich aufgenommen. Gleichzeitig finden sich in der kantonesischen Küche auch die Einflüsse der europäischen Küche, deren Kochweise zum Teil übernommen wurde. Dies äußert sich vor allem in der Vielzahl von Lebensmitteln, die in der kantonesischen Küche Verwendung finden und deren unnachahmlichem Geschmack. Es werden je nach Jahreszeit unterschiedliche Gerichte gekocht, die delikat und mild schmecken. Die Zahl der Rezepte in der Provinz Kanton ist mannigfaltig.
Die Küche von Shandong
In der Zeit der Frühlings- und Herbstannalen und Zeit der Streitenden Reiche (770–221 v.Chr) ist aus den Nord- und Süddynastien Qi und Lǔ die Provinz Shandong entstanden. Die Küche von Shandong zeichnet sich durch besonders sorgfältig ausgewählte Zutaten, sowie durch eine raffinierte Schneidetechnik mit dem Küchenmesser bei deren Zubereitung aus. Die Gerichte werden sparsam gewürzt und nicht zu lange erhitzt. So entwickeln die Gerichte einen sehr feinen Geschmack und auch Suppen behalten den Grundgeschmack ihrer einzelnen Zutaten bei.
Gerichte nach Shandong-Art sind typische Vertreter der Küche in ganz Nordchina und waren auch Bestandteil der höfischen Küche der Ming- und Qing-Dynastie.
Der chinesischen Küche nach Jiangsu-, Shichuan-, Kanton- und Shandong-Art begegnet man heutzutage in allen mittleren und großen Städten Chinas. Diese vier Arten der chinesischen Küche machen im Wesentlichen die Esskultur der Chinesen aus. Daneben gibt es noch eine Anzahl lokaler Spezialitäten, die jeweils ihren unverwechselbaren Charakter besitzen. Genannt seien hier Spezialitäten aus Chaozhou (Stadt im Osten Kantons), Dōngběi (Nordostchina), Shanxi (Prov. in Nord-China), Taiwan, Hubei (Prov. in Zentralchina), Hunan (Prov. südl. des Jangtsekiang), Hainan (tropische Insel vor der Süd-Küste Chinas), sowie die Küche anderer in China vertretener Ethnien wie den Mongolen, Thai oder Koreanern. Auch besondere Gerichte verschiedener Religionsgemeinschaften wie die vegetarische Küche der Buddhisten oder die mohammedanische Küche leisten ihren Beitrag zu der Vielseitigkeit der chinesischen Küche.
 
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