ESSKULTUR
ASIATISCHE CUISINE. EXOTISCH GUT.


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Koreas
 
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Um den strengen koreanischen Winter zu überdauern,
  haben die Koreaner ihr Allheilmittel Kimchi, eingelegtes Gemüse, in allerlei Variationen hervorgebracht. Dieses wird mit Fisch- und Meerestieren, Knoblauch und Rotem Pfeffer versetzt und fermentiert. Diese Methode, Nährstoffe zu konservieren, ist schon seit dem Altertum bekannt.
(links: Kimchiclub.com)
■ Als Hauptnahrungsmittel der Koreaner wird gemeinhin der Reis angesehen, tatsächlich wird Reisanbau aber nur im Süden und Südwesten Koreas betrieben. So sind auch andere Getreidesorten, die durch Anbau gewonnen werden, wie der Weizen, Buchweizen, Rote Pfeffer oder der vom amerikanischen Kontinent überlieferte Mais, fester Bestandteil der koreanischen Esskultur geworden.
■ Betrachtet man den gesamten Eurasischen Kontinent, so bildet Korea genau den Berührungspunkt zwischen der südlichen Zone der Kultur des Reisanbaus und der nördlichen Zone, in der Getreideanbau und Viehzucht die Esskultur bestimmen. Im weltweiten Vergleich ist auch der Verbrauch an angebautem Gemüse und wildwachsenden Pflanzen wie Farnkraut, Taubenfarn, Breitglocke (Glockenblume) sehr hoch und die Zahl der Gerichte, in denen sie Verwendung finden, ist sehr groß. In Korea, das aufgrund seiner geografischen Lage vom Meer eingeschlossen ist, ist auch der Verbrauch an Fisch- und Meeresprodukten sehr hoch, ein Großteil davon wird roh verzehrt. In traditionellen koreanischen Hauhalten wird stets mehr Fisch und Gemüse als Fleisch aufgetischt, aber in letzter Zeit setzt sich auch in Korea mehr und mehr die Europäische Küche mit ihren Fleischgerichten durch.
Vergleicht man die Küche Koreas mit der seiner Nachbarländer Japan und China, fällt auf, dass es in Korea vielerlei Suppen (Tang) und Gerichte mit Rotem Pfeffer gibt. Der eigentlich aus Mittel- und Südamerika stammende Rote Pfeffer (Chilli) gelangte über Japan nach Korea, wo er zu einem unentbehrlichen Bestandteil dortiger Gerichte geworden ist.
Eine koreanische Mahlzeit besteht aus einem Hauptgericht (meistens auf Suppenbasis), Reis (polierter weißer Reis, oder auch ausländischer roter Reis) und Kimchi und Namul (Gekochte Sojasprossen, Farnkraut oder Glockenblume etc. mit Salz und Sesamöl) als Beilage. In Restaurants wird Kimchi meist kostenlos zum Essen serviert. Beilagen werden in der Regel mit Yang Nyeom, einer Würzmischung aus Sojasoße, Sesamöl, Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer und Rotem Pfeffer abgeschmeckt.
In der Koreanischen Küche werden Fleisch vom Rind, Huhn, Schwein und deren Innereien verwendet. Namul aus Gemüse und wildwachsenden Pflanzen ist in einem koreanischen Haushalt stets vorrätig und es wird dafür gesorgt, dass bei jeder Mahlzeit eine Auswahl an verschiedenen Beilagen aufgetischt wird.
Früher war es auch üblich, Hundefleisch zu essen, aber aufgrund heftiger Kritik aus dem Ausland anlässlich der Olympischen Spiele in Seoul 1988 nimmt die Zahl der Restaurants, die Hundefleisch anbieten, seitdem immer mehr ab.
  ■ Korea hat bedingt durch sein strenges Klima viele scharfe, haltbare Nahrungsmittel hervorgebracht. Dazu gehören Würzpasten aus Sojabohnen und rotem Pfeffer, wie das Doenjang, der Kimchi, sowie Chanja, fermentierte Innereien des Kabeljaus, die ein koreanischer Haushalt selbst herstellt. Ebenso gehört getrockneter Fisch zu den haltbaren Nahrungsmitteln der Koreanischen Küche.
■ In Korea erfreuen sich fahrbare Buden, sogenannte „Straßenkutschen“ großer Beliebtheit, an denen Jijimi (eine Art Pfannkuchen aus Mehl, Eiern, Karotten, Zwiebeln, Schnittlauch in Sesamöl gebraten), Tteokbokki (gekochte Reiskuchen mit Doenjang), Sundae (mit Klebereis oder Glasnudeln gefüllter Schweinedarm), gedämpfte Rinderleber, gekochte Larven der Seidenraupe und andere Kleinigkeiten zu äußerst günstigen Preisen angeboten werden.
■ Andere populäre Gerichte sind Mehlspeisen wie Ramyon, also Nudelsuppen, die den japanischen Ramen ähneln. Wenn man in Korea einen Eintopf (Jjigae) isst, werden in der übriggebliebenen Suppe Instant-Nudeln (Jajangmyon) gekocht und als Budaejjigae (Armee-Jjigae) gegessen. Dieses Resteessen, das die amerikanischen Soldaten in Korea erfunden haben sollen, ist vor allem bei Studenten beliebt, allerdings gibt es nicht ganz so viele darauf spezialisierte Restaurants, wie es in Japan Ramen-Restaurants gibt. Genau wie die japanischen Ramen stammen auch die Jajangmyon ursprünglich aus China, werden aber nach koreanischer Art zubereitet. Genau wie die Japaner aus chinesischen Nudelsuppen Ramen geschaffen haben, hat auch Korea seine eigene Variante dieses populären Gerichts, das von Spezialrestaurants und Lieferservicen angeboten wird.
■ In den letzten Jahren bieten koreanische Restaurants vermehrt mehrgängige Menüs an, die eine Mischung aus höfischer Koreanischer Küche und Hausmannskost in sich vereinen. Besonders beliebt hierbei ist das Gericht Kujolpan, bei dem verschiedene Zutaten in einen Teig aus Mehl und Eiern gerollt gegessen werden. Diese bunten Zutaten sind dabei farblich gemäß der Fünf-Elemente-Lehre und der Lehre des Ying und Yang angeordnet.
Geschirr, Besteck und Tischmanieren
Zum Essen werden meist Stäbchen, Löffel und Geschirr aus Metall benutzt. Eine Erklärung hierfür ist, dass die Mitglieder der königlichen Familie und die herrschende Oberschicht Yangban am liebsten mit Besteck aus sich leicht verfärbendem Silber aßen, um so eventuellen Mordanschlägen mit Gift zu entgehen. Eine weitere Erklärung ist, dass es sich bei den heutigen metallenen Stäbchen um eine Nachahmung des westlichen Tafelbestecks handelt.
Reis und Suppen werden meist mit dem Löffel gegessen. Dabei wird der Reis vor dem Essen in die Suppe gerührt. Das Geschirr wird beim Essen nicht in der Hand gehalten, sondern vor sich auf den Tisch gestellt und das Essen mit Löffel und Stäbchen zum Mund geführt. Wenn auf dem Boden sitzend gegessen wird, gilt die traditionelle koreanische Sitzhaltung als vornehm, bei der ein Knie aufgestellt wird.
Überall in Korea ist der Einfluß des Konfuzianismus noch stark zu spüren. So ist es wichtig, dass man gegenüber Älteren nicht zuerst die Stäbchen zum Essen führt und wenn man ihnen Alkohol einschenkt oder eingeschenkt bekommt, sollte man seine linke Hand an den rechten Ellbogen halten. Frauen ist es untersagt, Alkohol einzuschenken. Wenn man als Gast eingeladen wird, ist es Sitte, nicht alles aufzuessen, sondern immer einen Rest zu lassen, womit man dem Gastgeber signalisiert, ausreichend bewirtet worden zu sein.
 
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