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Das
Königreich Thailand wird schon seit langem von einer Monarchie
regiert, ohne dass es jemals von einem anderen Land kolonialisiert
wurde. So konnte es seine traditionelle Esskultur bewahren.
Das Hauptnahrungsmittel in Thailand ist der Reis, als Würzmittel
verwendet man die Fischsoße Namplaa und die Gerichte bestehen
vorwiegend aus
Gemüse und Fisch.
Neben dieser traditionellen Esskultur findet man in Thailand auch allerorten
die Küche seiner Nachbarländer Kambodscha, Laos, Myanmar (Birma)
und Malaysia, deren Einflüsse vor allem in der grenznahen,
ländlichen Küche Thailands bemerkbar sind. Diese Mischung aus
in- und ausländischer Gerichte macht auch den Reiz der thailändischen
Küche aus. |
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Nordthailand |
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Der Norden Thailands ist ein Bergland mit der Stadt Chiang Mai als Zentrum. Chiang
Mai ist berühmt für seine lokale Spezialität Khantoke,
ein komplettes Menü auf einem Tischchen serviert. Dabei
werden Gerichte serviert, die als typische Vertreter
Chiang Mais gelten, wie Naam Prik Ong (Würzsoße |
aus Schweinefleisch, Rotem Pfeffer, Cherry Tomaten, Knoblauch
und Schrimps), Keep
Muu (knusprig frittierte Schweinehaut), Khao Soy (Curry-Nudeln)
und Khao Niao (zu Kugeln gerollter Klebereis). Darunter finden
sich auch viele Gerichte, wie die Curry-Nudeln Khao Soy, die
den Einfluß Myanmars erkennen lassen. Die Küche Nordthailands
gilt als „man“ – fettig, weil viele Fleischgerichte wie Nam,
Würstchen aus Schweinefleisch und Innereien verzehrt werden. |
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Der Nordosten |
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Der Nordosten Thailands, auch Isaan genannt, besteht aus der Hochebene Khorat,
einem unfruchtbaren Hochland mit hohem Salzgehalt im
Boden, das sich auch wegen seiner geringen Niederschlagsmenge
nicht für die Landwirtschaft eignet.
Die Bevölkerung Isaans ist laotischer Abstammung |
und pflegt die laotische Esskultur. Die Küche Isaans wird mit
den Worten „phet“ (scharf) und „khem“ (salzig) beschrieben.
Drei köstliche Beispiele der laotischen Küche sind Laap (sautiertes
Fleisch mit Zwiebeln, Zitronengras und Gewürzen in Reismehlsoße),
Som Tam (Papaya-Salat) oder das gegrillte Hühnchen Gai Yang. |
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Zentral-Thailand |
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Seit
der Zeit der Ayutthaya-Dynastie (1351-1767) bis heute
ist Zentral-Thailand das politische und wirtschaftliche
Zentrum des Landes. Das Land ist eine fruchtbare Ebene,
die reich an Wasser ist und die Kornkammer des Landes
darstellt. Thailand grenzt im Süden an den Golf von Thailand,
wo ausgiebig Fischfang betrieben wird. |
Dieser
Fischreichtum schlägt sich auch in der Küche Thailands nieder.
Typische thailändische Gerichte sind Gaeng (als Suppe oder Curry) und Yam (Salat
oder sautiert). Da in der thailändischen Küche viel Zucker und Kokosmilch verwendet
wird, wird sie auch als „wan“ (süß) bezeichnet, zugleich zeichnet sie sich auch
durch ihre besondere Schärfe aus. In der Region um Bangkok vor allem leben viele
Auslandschinesen und chinesisch-stämmige Menschen, die die chinesische Küche
in Thailand etabliert haben und so eine thaiisierte chinesische Hausmannskost
hervorgebracht haben, die auf ihre einzigartige Weise typisch für Thailand ist. |
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Der Süden |
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Die Küche im Süden Thailands unterscheidet sich von der Küche Zentralthailands
nicht wesentlich. Es werden aufgrund der geografischen
Lage viele Meeresprodukte und Gewürze wie Kurkuma (Gelbwurz)
oder getrockneter Roter Pfeffer verwendet, die den Gerichten
eine
gelbe oder rote Färbung
verleihen. |
Auch
sind Einflüsse der Küche Malaysias und Fujians (chin. Küstenprov.
an der Formosastraße) spürbar. Das typisch malayische Gericht
Satey (gegrillte Hühnchen oder Fleischspieße) wird hier genauso
serviert wie Nasi Goreng (gebratener Reis), das typisch für
die indonesische Küche ist. Diese Einflüße machen sich auch
in der Sprache bemerkbar, denn je weiter man nach Süden vordringt,
desto besser kann man sich auch auf Malaiisch verständigen.
So nimmt im Süden auch der Anteil der muslimischen Bevölkerung
zu, die für ihre Küche viel Hühnerfleisch verwenden. Charakteristisch
für die Küche des Südens sind Gerichte, die sich mit dem Begriff
„phet“ (scharf) beschreiben lassen. |
Thailand gilt als das Herz der südostasiatischen
Esskultur. Wer die
Küche Thailands probiert, probiert gleichzeitig
auch die Küche ganz Südostasiens.
Namplaa: Das thailändische Wort setzt sich zusammen aus Nam
= Suppe und Plaa = Fisch, also „Fischsuppe“. Beschreiben kann
man Namplaa als Fischsoße oder Fischsojasoße, also eine Würzsoße
auf Fischbasis, die unter der Zugabe von Salz fermentiert wird,
ohne dabei Fäulnis entstehen zu lassen. Zum Vergleich: das
japanisch Würzmittel Sojasoße ist eine Getreidesoße auf Sojabasis,
zu deren Herstellung im Gegensatz zur Fischsoße keine Mikroben
wie Hefe verwendet werden. Ob nun die ostasiatischen Länder
wie Japan und China mit ihrer fermentierten Soße auf pflanzlicher
Basis, oder die südostasiatischen Länder mit ihrer Soße auf
Fischbasis, beide Kulturen gehören zur sogenannten Esskultur
des Glutamat, deren Speisen viel Glutamin und Inosin enthalten.
Diese Esskultur des Glutamat ist überall da zu finden, wo Reis
als Hauptnahrungsmittel angebaut wird. In Gebieten, wo viel
Reis, der an sich relativ geschmacksarm ist, und Gemüse gegessen
wird, ist diese Esskultur des Glutamat entstanden, da das Glutamat
als appetitanregendes Mittel und zusätzliche Eiweiß-Quelle
dient. Das Kochen mit Glutamat ist ein Grundelement der asiatischen
Küche. |
Es gibt in Thailand fünf verschiedene
Sorten von Soßen auf Fischbasis: 1) die Fischsoße Namplaa,
2) gesalzenes Fischklein Pla Rah, 3) getrocknete Fischpaste,
4) getrocknete Shrimp-Paste Kapi, 5) Schrimp-Öl Nam Kapi.
Diese Soßen werden nicht nur in Thailand, sondern in ganz Südostasien
verwendet. |
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