ESSKULTUR
ASIATISCHE CUISINE. EXOTISCH GUT.


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Vietnams
 
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Über 70 Prozent der gut 72 Millionen Menschen in Vietnam sind in
  der Landwirtschaft tätig. Die Natur des Landes stellt den Vietnamesen reiche Gaben bereit. Vietnam ist der zweitgrößte Reisexporteur der Welt.
Vietnam steht seit alters her stark unter chinesischem Einfluss, was sich auch in der vietnamesischen Kochkunst niedergeschlagen hat. Im 19. und 20.
Jahrhundert stand Vietnam unter französischer Kolonialherrschaft, was wiederum wie in allen Ländern Indochinas auch in Vietnam auf dem kulinarischen Gebiet zahlreiche Spuren hinterließ. Die raffinierte Küche Vietnams ist auch durch geschickte Einbindung dieser Einflüsse in die eigenen kulinarischen Traditionen entstanden. Vietnams Gerichte fallen nicht durch geschmackliche Extreme wie eine betäubende Schärfe, sondern vielmehr durch die eigene Milde auf, was für Südostasien eher ungewöhnlich ist.
· Allgemeine Merkmale der Vietnamesischen Küche sind folgende: Reichlich verwendet werden fermentierte Würzmittel wie die Soße Nuoc Mam, zu deren Herstellung man in Salz eingelegte Kleinfische fermentieren lässt. Zum Ausbalancieren der Gerichte werden reichlich Gemüse und Kräuter verwendet. Die vietnamesische Küche ist stark reisbasiert - Nudeln und die Mäntel für Frühlingsrollen werden aus Reis gemacht (darum haben die Nudeln im allgemeinen nicht besonders viel Biss).

· Als Würzmittel reichlich verwendet werden neben der Fischsoße Nuoc Mam Salz, Senf, Limone (als Säurungsmittel; auch die Zitrone im Tee wird durch Limone ersetzt), die Tamarind-Frucht (als Säurungsmittel), knoblauchhaltige Chilisoßen und Pfeffer.
 

Vietnam erstreckt sich weit in nordsüdlicher Richtung. Das Klima variert von Region zu Region und gleichermaßen die Esskultur. Auch der Geschmack der Gerichte und die Palette der verwendeten Speisen sind regional verschieden. Bei der folgenden Beschreibung der vietnamesischen Küche werden grob drei Regionen Vietnams unterschieden, der Norden mit Ha Noi, die Mitte mit Hue und der Süden mit Ho Chi Minh.
     
 
· Die Speisen Nordvietnams sind durch Salz und Sojasoße salziger als in den anderen Regionen. Der Norden ist am stärksten von China beeinflusst. Rohes Gemüse wird nicht verzehrt.

· Die Mitte Vietnams kennt viele scharfe Gerichte mit Senf und ähnlichem. Viel gegessen wird eine Speise, die man durch Dämpfen von mit Wasser vermengtem Reismehl erhält. Weiterhin ist Zentralvietnam für seine höfische Küche berühmt.
Da Hue früher die Residenzstadt der Nguyen-Dynastie war, sind viele Gerichte der Hue-Region von der höfischen Küche beeinflusst.
· Für die Gerichte Südvietnams ist eine süße Note typisch. Kokosnussmilch und ähnliches wird viel verwendet. Zu Fleisch und Fisch werden reichlich rohes Gemüse und Kräuter gegessen.
Die drei unverzichtbaren Zutaten in der vietnamesischen Küche sind:

1. die Fischsuppe Nuoc Mam
2. Reispapier
3. eine reichhaltige Gewürzpalette

Hauptnahrungsmittel ist Reis. Charakteristisch für Vietnam ist, dass man diesen gewöhnlich mit Beilagen oder Soße isst, da die übliche Reissorte auch im gekochten Zustand recht trocken ist. Ein weiteres Merkmal der Küche Vietnams ist, dass befruchtete Enteneier und Rattenfleisch gegessen werden.

 
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